Die Wahlverwandtschaften
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Gesprochen von:
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Udo Wachtveitl
Über diesen Titel
"Es ist unser höchster Roman: ein Gebild, so mondän wie deutsch, ein Wunderding an Geglücktheit und Reinheit der Komposition, an Reichtum der Beziehungen, Verknüpftheit, Geschlossenheit." Thomas Mann.
(c) und (p) 2006 Argon Verlag GmbH, BerlinDieses Hörbuch in vollständiger Lesung mit Udo Wachtveitl erschien mir das geeignetes Medium, mich diesem Werk anzunähern...
Eduard und Charlotte konnten erst über Umwege und in fortgeschrittenem Alter ein Ehepaar werden, nachdem ihre vorherigen Ehepartner beide verstorben waren. Ihre Ehe beruht inzwischen vor allem auf einer tiefen Freundschaft, weniger auf einer großen Leidenschaft. Nun leben sie gutsituiert in einem Schloss mit großem Anwesen und
verbringen viel Zeit mit der sorgfältigen und durchdachten
Landschaftsgestaltung.
Da kommt es geradezu gelegen, als ein befreundeter Hauptmann beschließt, sie bis zu seiner nächsten Anstellung mit seiner Anwesenheit zu beehren, ist er doch sehr versiert darin, Landschaften zu vermessen.
Die Tage vergehen arbeitsreich und zufriedenstellend, und abends sitzt man stets noch lange gemütlich beisammen, bei geistreichen Gesprächen und dem gemeinsamen Lesen von Büchern.
An solch einem Abend kommt das Gespräch auch auf die 'Wahlverwandtschaften.' Als sie zu dritt beisammen sitzen, schneidet der Hauptmann das Thema
Naturwissenschaften an und erläutert, was man in der Chemie als
Wahlverwandtschaften bezeichnet. Der Begriff bezieht sich auf zwei
chemische Verbindungen, die sich auflösen, wenn sie zusammengebracht
werden und sich dann über Kreuz neu verbinden.
"Denken Sie sich ein A, das mit einem B innig verbunden ist, durch viele
Mittel und durch manche Gewalt nicht von ihm zu trennen; denken Sie sich
ein C, das sich eben so zu einem D verhält; bringen Sie nun die beiden
Paare in Berührung: A wird sich zu D, C zu B werfen, ohne dass man sagen
kann, wer das andere zuerst verlassen, wer sich mit dem andern zuerst
wieder verbunden habe."
Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass diese Naturgesetze nun auch auf die zwischenmenschlichen Beziehungen Anwendung finden sollen. Denn gleich darauf zieht auch Ottilie ins Schloss, ein Mündel Charlottes, die ihr in allerlei Haushaltsdingen zur Hand gehen soll. Es kommt, wie es kommen muss: Eduard nähert sich Ottilie an, und auch der Hauptmann und Charlotte kommen sich zusehends näher.
Vor allem Eduard ist von der Idee der 'Wahlverwandtschaften' überzeugt und glaubt, sie auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen zu können. Dabei bedenkt er jedoch nicht das enge Korsett der gesellschaftlichen Normen, die zu jener Zeit vorherrschten. Natur vs. Normen, Emotionalität vs. Vernunft - der Stoff, aus dem Tragödien geschrieben werden. Und so mutet das Ende denn auch an wie der Tradition einer griechichschen Tragödie verpflichtet...
Obwohl der Roman nun schon über 200 Jahre alt ist, fand ich ihn faszinierend. Die Geschichte an sich verlief sehr ruhig und war doch voller innerer Dramatik, und was Goethe 'nebenher' an Ausgestaltung anmerkt, bietet ein Füllhorn an Informationen, um sich wahrhaftig ein Bild machen zu können. Obgleich Zeit und Raum der Handlung nicht näher bezeichnet werden, ist die Geschichte natürlich im Rahmen der damaligen Zeit anzusiedeln.
Architektur, Literatur, das damalige Verständnis der Naturwissenschaften, Kirche und Obrigkeit, Stände, Kleiderordnung, Speisen und Tränke, Raumschmuck, Landschaftsgestaltung - alles kommt hier zur Sprache und bietet einen umfassenden Einblick in die gesellschaftlichen Zustände zur Zeit Goethes. Interessant fand ich auch die Anmerkung, dass vieles von dem, was Goethe hier an zwischenmenschlichen Verwirrungen skizzierte, ihm durchaus nicht fremd war.
Udo Wachtveitl liest den vollständigen Roman sehr ruhig und getragen, aber keineswegs langweilig, sondern dem langsamen Lesefluss angemessen.
Für mich ein interessanter Ausflug in vergangene Zeiten - und sicher nicht mein letzter!
© Parden
Von Naturgesetzen und menschlichen Beziehungen...
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Genuß des Zuhörens
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Die 'Wahlverwandtschaften' habe ich als Buch bisher nicht gelesen und so wäre mir diese literarische Kost wohl entgangen. Als Hörbuch durch den Sprecher Udo W. wird die Lektüre leicht bekömmlich, versetzt in einen Zustand der Muse und der Empathie für die Protagonisten und nicht zuletzt in eine längst vergangene Epoche schöngeistiger Lebensgestaltung für die seinerzeit Privilegierten, Gebildeten und Wohlhabenden. Als Klassiker der deutschen Literatur sehr zu empfehlen!Welche Figur hat Ihnen am besten gefallen? Warum?
Die Figur der Charlotte mit ihrer Souveränität, Toleranz, Ihrem Einfühlungsvermögen und kreativen Arbeit gefällt mir sehr gut. Leider wird diese nicht bis zur vollen Reife entwickelt und stagniert neben der Entwicklung von Ottilie nach der ersten Buchhälfte. Fortsetzung leider nicht möglich...Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?
Goethe ist sicherlich nicht zu jeder Zeit für jeden etwas, allerdings gelingt es nach mentaler und emotionaler Justierung, sich in die Epoche seines Wirkens einzufühlen, so dass die gesellschaftlichen Beschreibungen nicht mehr allzu fern und fremd wirken. Meines Erachtens ist die Literatur des 19. Jahrhunderts ein wunderschönes Erlebnis, welches man / frau sich gönnen sollte.Goethe leicht bekömmlich
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Und Goethe! Der Mann wird seinem Ruf gerecht, "Die Wahlverwandtschaften" ist das reife Werk eines selbstsicheren Meisters. Man sollte sich nicht durch das relative Alter des Romans verunsichern lassen - die vielschichtige, von wirklich allen Seiten beleuchtete Beziehungsanalyse ist heute nicht weniger interessant oder gültig als vorgestern. Im Gegenteil, man kann über diesen Roman viel über Beziehungen lernen, von einem, der das Geschick hatte, seine tiefen Erfahrungen auf diesem Gebiet mit Anderen einfühlsam zu teilen.
Sehr empfehlenswert.
Reifes Werk eines selbstsicheren Meisters
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spannend
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